Staatsrat lässt sich mit Entscheidung Zeit – und bekommt recht
Der Walliser Bote berichtet am 12. Juli 2011 auf Seite 4 über den Entscheid des Kantonsgerichts, dass sich der Staatsrat nicht unbedingt beeilen müsse, einen Entscheid zu fassen:
WB 12 Juli 2011 p4KGRechtsverweigerung Beschwerde
Link auf die PDF-Datei.
Auch www.1815.ch und Radio Rottu Oberwallis berichteten.
Siehe auch den Eintrag auf der Webseite der Sektion Wallis der Freidenker-Vereinigung der Schweiz.
Neulich habe ich formuliert:
Die Behörden bedienen sich ja im Steuertopf für die Anwaltskosten, ich kann das nicht tun.
Das ist immer noch so; Spendenaufruf und Zusammenfassung der Geschehnisse finden sich im Artikel vom 28. Juni 2011 oder auf der entsprechenden Seite der FVS.
Versuche niemals, selbständiges Denken zu verhindern; denn es würde dir sicherlich gelingen [Bertrand Russell]
Er ist einer meiner Lieblingsintellektuellen: Bertrand Russell (1872 - 1970). Ich als Walliser finde diesen Waliser wirklich toll.
Das Zitat aus dem Artikeltitel
Versuche niemals, selbständiges Denken zu verhindern; denn es würde dir sicherlich gelingen.
stammt aus «Die 10 Gebote des Liberalismus», welche in der New York Times am 16. Dezember 1951 erschienen sind.
Im englischen Original lautet es:
Never try to discourage thinking for you are sure to succeed.
Hier eine möglichst genaue Übersetzung (von Herbert Huber, www.gavagai.de, genaue bibliographische Angaben daselbst):
1. Sei Dir nie über etwas absolut sicher.
2. Halte es nicht für lohnend Gründe zu verheimlichen, denn sie kommen eines Tages bestimmt ans Licht.
3. Versuche nie selbständiges Denken zu verhindern, denn es wird Dir sicher gelingen.
4. Wenn Du auf Widerstand stößt – und sei es Dein Ehepartner oder Dein Kind –, trachte ihn argumentativ zu überwinden und nicht mit Autorität, denn ein Sieg durch Autorität ist unecht und trügerisch.
5. Habe keine Hochachtung vor der Autorität anderer, denn es gibt immer Autoritäten mit gegenteiliger Ansicht.
6. Unterdrücke nicht gewaltsam Meinungen, die Du für verderblich hältst, sonst unterdrücken sie Dich.
7. Fürchte dich nicht davor, ausgefallene Ansichten zu vertreten; jede heute anerkannte Ansicht war einmal ausgefallen.
8. Freue dich mehr über scharfsinnigen Widerspruch als über passive Zustimmung, wenn Dir Klugheit angemessen wert ist, dann liegt im Widerspruch eine tiefere Zustimmung.
9. Halte Dich peinlich genau an die Wahrheit, auch dann, wenn sie beschwerlich ist; denn es ist beschwerlicher, wenn du versuchst, sie zu verbergen.
10. Beneide nicht das Glück derer, die in einem Narrenparadies leben, denn nur ein Narr hält das für Glück.
Er hat sich 1959 auch vor einer Fernsehkamera zum Thema Gott und so weiter geäussert:
Ein sehr lesenswertes Stück Text aus der Feder oder der Schreibmaschine Russells ist übrigens auch der Text «Why I am Not a Christian» (dt. «Warum ich kein Christ bin»).
Dieser Text wurde erstmals am 6. März 1927 als Vortrag vor der Südlondoner Sektion der National Secular Society gehalten. Hier der Anfang dieses immer noch lesenswerten Textes von diesem aussergewöhnlichen Denker und Schreiber.
Warum ich kein Christ bin
Wie Sie gehört haben, lautet das Thema, über das ich heute zu Ihnen sprechen möchte: "Warum ich kein Christ bin." Vielleicht sollte man zu allererst klarzustellen versuchen, was unter dem Wort "Christ" zu verstehen sei. Es wird heutzutage von sehr vielen Menschen in einer recht allgemeinen Bedeutung gebraucht. Manche verstehen darunter bloß eine Person, die sich bemüht, ein gutes Leben zu führen. In diesem Sinne gäbe es vermutlich in allen Sekten und Bekenntnissen Christen; ich glaube jedoch nicht, dass das die wahre Bedeutung des Wortes ist, und zwar schon deshalb nicht, weil das heißen würde, dass alle Menschen, die keine Christen sind - alle Buddhisten, Konfuzianer, Mohammedaner usw. -‚ nicht bemüht wären, ein gutes Leben zu führen.
Rote Anneliese April 2011 online, Fragen bezüglich der Finanzierung des katholischen Jugendtreffens
Die Ausgabe der Roten Anneliese vom April 2011 ist mittlerweile kostenlos im Archiv auf deren Webseite erhältlich: http://www.roteanneliese.ch/wp-content/uploads/2011/06/RA-217-2.pdf
Das Hauptthema ist Fukushima. Die RA widmet sich jedoch auch der Finanzierung des katholischen Jugendtreffens in Brig und den falschen Ankündigungen von Paul Martone in dieser Angelegenheit.
RA-217-2KatholischesJugendtreffen
Link auf die PDF-Datei.
Es mag sich lohnen, zwei ältere Artikel hierzu zu lesen:
Mich persönlich betroffen machende Frechheit: Unwillkommen an der Diplomfeier
Ich habe mir jetzt einige Zeit überlegt, ob ich das hier thematisieren soll. Ich bin einigermassen aufgelöst, betroffen, zittrig. Ich habe mich entschieden, dass raus muss, was ich hier schreibe.
Ich will und muss diese Gedanken formulieren, und dass ich sie öffentlich zugänglich mache, mag von einigen Leuten vielleicht nicht verstanden werden. Aber ich hoffe, dass der eine oder andere Leser dadurch meine Gedanken und Beweggründe besser nachvollziehen kann. (Falls sich denn jemand hierher verirrt.)
Am Donnerstag, 30. Juni 2011 endet das Schuljahr an den deutschsprachigen Orientierungsschulen des Kantons Wallis. Am Nachmittag findet in der Turnhalle (mit Bühne) die Abschluss- und Diplomfeier der OS Stalden statt. Vor etwa zwei Stunden erhielt ich einen Telefonanruf der Schulpräsidentin, dass ich an dieser Diplomfeier nicht willkommen sei, dass «wir es nicht gerne sehen würden, wenn du da aufKREUZen [sic!] würdest», dass sie das insgesamt für störend halten würde...
Die Diplomfeier der Abschlussklassen wird jeweils grossteils von den Schülerinnen und Schülern selber gestaltet, zusammen mit der Schulleitung (die Präsidentin hält eine Rede und die Schuldirektoren auch, falls sie nicht einen Sketch spielen...) und den Klassenlehrern der Abschlussklassen. Es werden die Diplome überreicht, es wird zurückgeblickt, es gibt musikalische, schauspielerische, witzige Darbietungen. Es wird auch in die Zukunft geblickt und die Pläne (Lehre, weiterführende Schule...) der einzelnen Schüler werden vorgestellt. Die Diplomfeier habe ich stets als emotionalen und schönen Abschluss einer Lebensstrecke empfunden. Ich war stets dankbar, dass ich die Jugendlichen ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten konnte und ihnen vielleicht etwas mit auf den Weg geben konnte. Natürlich lernen nicht nur die Schüler von den Lehrern, sondern auch die Lehrer von den Schülern, und dass sich die Wege trennen kann schon bisweilen dazu führen, dass man ein paar Tränen unterdrücken muss (was mir an den Abschlussfeiern bis anhin immer erfolgreich gelungen ist).
Auch mit meiner absoluten Lieblingsklasse, nämlich der 3. OSb aus dem Schuljahr 2009/2010 — eine solche glücklich zusammengewürfelte Truppe hat man nicht jedes Jahr, da war man tatsächlich Klassenlehrer und Begleiter und nur selten Dompteur... — hatte ich in deren Abschlussjahr ja keinen Unterricht (nur in der 1. und 2. Klasse). Es wäre aber wohl niemand auf die Idee gekommen, zu sagen, dass das dadurch nicht mehr «meine Schüler» gewesen wären. Die OS Stalden ist eine kleine, familiäre Schule. Auch mit den diesjährigen Abschlussklassen verbinden mich viele schöne Erinnerungen. Auch für die diesjähigen Abschliessenden war ich im ersten Schuljahr Klassenlehrer und hatte ein teils intensives Betreuungsverhältnis mit verschiedenen Schülerinnen und Schülern. Dass sie heute auf der Bühne stehen können und ein Diplom in Empfang nehmen dürfen, daran habe ich auch einen Anteil. Natürlich sind die Schüler für ihren Erfolg selber verantwortlich und haben selber die Arbeit hineingesteckt. Aber ich war zumindest auch daran mitbeteiligt und es freut mich aufrichtig für jede und jeden, der es geschafft hat, und einen weiteren Abschnitt auf seinem oder ihrem Lebensweg in Angriff nehmen darf. Mit vielen Schülerinnen und Schülern aus der diesjährigen dritten OS verbinden mich vielseitige Bande, erlebte Geschichten, Dinge, die gut gelaufen sind, aber auch Sachen, die nicht gut gelaufen sind, manchmal gingen sie mir auf den Geist, meistens ging wohl ich ihnen auf den Geist...
Auf meinem Schrank liegt übrigens immer noch eine volle Williams-Schnapsflasche [jaja, derart wenig subtil sind die Bestechungsversuche an Lehrern im Wallis :)], welche mir von Eltern geschenkt wurde, die ihr Kind 2008/2009 zwar nicht in meiner Klasse hatten, aber welches bei mir in den meisten Hauptfächern den Unterricht besuchte. Dieses Kind erhält heute auch sein OS-Diplom. Ein Elternteil dieses Kindes ist übrigens Mitglied der Schulkommission, welche für meine fristlose Entlassung verantwortlich zeichnet. Es ist also nicht so, dass meine Arbeit immer «nichts wert» gewesen wäre, dass diese verzerrte Wahrnehmung meiner Person schon vor 2010 bestanden hätte.
Dass mich die Schulpräsidentin jetzt von einer eigentlich öffentlich stattfindenden Diplomfeier ausladen will, das macht mich aufrichtig betroffen. Verdammt. Gerade eben war ich wieder recht aufgestellt, als ich im Kopf zurückgeblickt habe auf die Vergangenheit, und jetzt rumort es in mir wieder dunkler...
Ich habe übrigens in der Hitze des Wortgefechts zu fragen vergessen, wer denn das «Wir» in «Wir sähen es nicht gerne, wenn du kommen würdest.» sein soll. Allenfalls ein pluralis majestatis? Oder «Wir, die Schulkommission», «Wir, die gesamte Bevölkerung der Region»...?
Wieso schreibe ich das hier?
Ich habe mir das auch überlegt. Erstens weil mich das jetzt gerade sehr beschäftigt. Ich war kein bisschen nervös als ich vor einer halben Million Zuschauer im Schweizer Fernsehen zu erscheinen hatte. Ich habe nicht gezittert, ich war ruhig. Aber heute hat es mir bisweilen fast die Stimme verschlagen ob der Dreistigkeit dieser Forderung. Ich habe versucht, zu verstehen... Ist sie tatsächlich der Meinung, dass sie richtig gehandelt habe? Schätze ich die Stimmung im Lehrkörper und bei der Bevölkerung derart fehlerhaft ein? Was denkt sie sich? Dass ich da auf die Bühne stürmen würde und die Kommissionsmitglieder beleidigen würde!?
Zweitens: Ich formuliere hier meine Gedanken, dass ich sie los bin. Mag der eine oder die andere aus der Region hier das alles lesen. Ich erwarte nicht, dass alle Eltern und Angehörigen verstehen, wieso ich an der Feier teilnehmen will, aber es soll gesagt sein, dass ich nicht da hin gehe um zu provozieren oder eine schlechte Stimmung zu verursachen. Ich werde brav hinten sitzen und mir die Darbietungen ansehen. Und ich werde mich freuen, meine Schülerinnen und Schüler wieder zu sehen und meine Lehrerkollegen.
Vielleicht kann die Schulpräsidentin wirklich nicht verstehen, wieso ich an die Diplomfeier kommen will. Aber mir liegen die Menschen halt mehr am Herzen als das Image der Schule. Ich weiss mittlerweile, dass sie denkt, dass der Ruf «ihrer» Schule leide, wenn sich eine Lehrperson offen säkular äussert. Mir ist eigentlich schon klar, dass die Kommissionsmitglieder nicht gerne an ihre Überreaktion, an eine missbräuchliche Kündigung, an Verleumdungen, an Schutzbehauptungen, an juristische Winkelzüge und erteilte Maulkörbe erinnert werden wollen. Aber ich denke, dass die Kommissionmitglieder mittlerweile auch dann, wenn ich nicht in ihrer Nähe bin, über solche Sachen nachdenken und zu ihrem Schluss gekommen sind. Sie müssen mit ihrer Entscheidung selber klar kommen. Da muss ich nicht Rücksicht auf ihr Gewissen nehmen und einer Diplomfeier fern bleiben. Dass die Schulkommission den Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes eingeschlagen hat, war nicht meine Entscheidung. [Übrigens, aber das ist jetzt reichlich zynisch formuliert: Es scheint, dass es im Wallis tatsächlich ein Weg mit geringem Widerstand von politischer, gesellschaftlicher, juristischer Seite sei, wenn man sich in Sachen Neutralitätspflicht des Staates in religiösen Belangen, wenn man sich gegen die Laizität stellt und in diesen Bereichen die Verfassung verletzt. Ich zitiere hier wiederum, wie vorgestern in einer Zusammenfassung zum Geschehen, aus dem Rechtsgutachten:]
Wird das Ansehen der Schule aber dadurch in Frage gestellt, dass auf verfassungswidrige Praktiken der Schulbehörden hingewiesen wird, liegt das rechtmässige Mittel zum Schutz des Ansehens nicht in der Einschränkung entsprechender öffentlicher Äusserungen, sondern in der Herstellung verfassungskonformer Zustände.
Ich habe der Schulpräsidentin übrigens klar gemacht, dass ich es für eine Frechheit halte, dass sie mir verbieten will, an der Abschlussfeier meiner Schülerinnen und Schüler teilzunehmen. Sie hat dann gesagt, dass das ja nicht mehr meine Schüler seien... Ich habe ihr am Telefon mitgeteilt, dass ich es mir noch überlegen werde, ob ich teilnehmen werde.
So. Das musste raus. Und jetzt werde ich mich gleich auf den Weg machen. Zur Diplomfeier.
Rote Anneliese Februar 2011 online, auch thematisiert: Drohungen gegen mich
Die Ausgabe der Roten Anneliese vom Februar 2011 ist mittlerweile kostenlos im Archiv auf deren Webseite erhältlich: http://www.roteanneliese.ch/wp-content/uploads/2011/04/RA-216-2seit.pdf
Das Hauptthema ist das 40-Jahre-Jubiläum des Stimmrechts für Frauen in der Schweiz. Auf der letzten Seite werden auch die Drohungen gegen mich thematisiert. Unten beigefügt die Rückseite der RA (Seite 16).
Die Online-Petition zur Unterstützung von Valentin Abgottspon läuft übrigens immer noch.
Ich empfehle ein Abonnement der RA. (Reguläres Jahresabo Fr. 50.-, Jugendabo für Lehrlinge und StudentenInnen Fr. 25.-) Die Rote Anneliese wird in Zukunft wahrscheinlich auch weiterhin am Thema «Trennung von Kirche und Staat im Wallis» dranbleiben.
Link auf die PDF-Datei.
Aufruf: Spenden für Prozesskosten Valentin Abgottspon
Nun, es ging leider schneller, als ich persönlich mir das vorgestellt hatte. Der von der Rechtsschutzversicherung garantierte Betrag wird demnächst aufgebraucht sein. Daher hier (und an anderen Stellen) der Aufruf, sich durch Spenden an der Finanzierung der Prozesskosten zu beteiligen.
Ich verfasse hier einen etwas auführlicherer Artikel mit einigen Fakten und Erwägungen zum Fall.
Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz wird mich betreffend der anfallenden Prozesskosten unterstützen.
Prozessunterstützung für Valentin Abgottspon!
Seit Ende Februar liegt der Fall Abgottspon zur Beurteilung bei der Walliser Regierung, die Verhandlung ist nicht absehbar. Da diese Verzögerung die Stellensuche von Valentin Abgottspon belastet, hat er nun Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Kantonsgericht eingereicht.
Mittlerweile sind mehrere Tausen Franken an Prozesskosten angefallen – die Garantie der Rechtsschutzversicherung ist demnächst aufgebraucht. Die FVS unterstützt diesen Prozess.
Für die Deckung der Kosten bitten wir um Ihre Unterstützung:
Postkonto 84-4452-6
IBAN CH7909000000840044526
BIC: POFICHBEXXX
Kontoinhaber: Freidenker-Vereinigung der Schweiz, Postfach, 3001 Bern
Vermerk: ValentinOder via
Was ist geschehen?
Bundesgerichtsurteil 1990
Es mag nicht allen Leuten bekannt sein, daher hier ein kurzer Abriss der Geschehnisse. In der Schweiz besteht seit einem Entscheid des Bundesgerichts aus dem Jahre 1990 eine besondere Pflicht des Staates (z.B. an staatlichen Schulen), religiöse Neutralität spätestens auf Verlangen herzustellen. Auf Verlangen muss also ohne jedes Aufheben ein allfällig vorhandenes Kruzifix aus Schulräumlichkeiten entfernt werden.
Lehrer an der Orientierungsschule Stalden
Im Oktober 2006 bin ich in Stalden an der Orientierungsschule (Sekundarstufe I, Schuljahre 7 bis 9) in einem 100%-Pensum in den Schuldienst eingetreten. Für eine Lehrperson, welche aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter im Lehrberuf verbleiben konnte, musste zügig ein Ersatz gefunden werden. Ich war damals Student der Germanistik und Philosophie an der Universität Freiburg im Üechtland, mit dem Ziel, Gymnasiallehrer für diese beiden Fächer zu werden. Nach kurzem Nachdenken sagte ich der Schulpräsidentin und der Schulleitung zu, legte mein Studium also vorerst auf Eis, um der Schule meiner Region in einer schwierigen Situation aus der Patsche zu helfen. Auch während der Schuljahre 2007/08 und 2008/09 war ich in Vollzeitanstellung beschäftigt.
Im Jahr 2009/2010 und 2010/2011 war ich zu jeweils etwa 75% teilzeitangestellt, um mich dem Weiterstudium widmen zu können.
Ende 2009 oder anfangs 2010 (genau habe ich mir das nicht notiert) entfernte ich das Kruzifix aus meinem Schulzimmer, teilte dies anlässlich einer Plenarsitzung des Lehrkörpers auch der Schulleitung mit. Dass ich eine säkulare Einstellung vertrete, war den meisten meiner Lehrerkollegen schon damals bekannt. Es wurde anstandslos anerkannt, dass ich kein Kruzifix in meinem Schulzimmer haben wollte, das corpus christi (sive delicti) wurde in einem Schrank im Lehrerzimmer gelagert.
Gründung der Sektion Wallis der Freidenker-Vereinigung der Schweiz
Anfangs Mai 2010 wurde in Visp die Walliser Sektion der Freidenker-Vereinigung der Schweiz gegründet. Ich wurde deren Präsident. In den Medien war ein kurzes Aufflackern des Interesses an Themen wie Religion in der Gesellschaft, Ethik ohne Religion, Toleranz gegenüber Minderheiten etc. zu beobachten.
Gespräch mit Vertretern der Dienststelle für Unterrichtswesen
Am 11. August fand ein Gespräch zwischen mir, Marcel Blumenthal (Adjunkt der Dienststelle für Unterrichtswesen) und Peter Margelist (Jurist) statt. Ein recht ausfühliches Protokoll habe ich auf der Webseite der Walliser Sektion zur Verfügung gestellt.
Es ging mitnichten primär um Kruzifixe oder andere religiöse Symbole an staatlichen Schulen, sondern vorwiegend um die Organisation von konfessionellen Ritualen wärhend der Schulzeit, Besuch von Gottesdiensten, Aufsichtspflicht von Lehrpersonen während diesen religiösen Feiern u.Ä. Es wurde immer wieder darauf verwiesen, dass im Artikel 3 des Unterrichtsgesetzes stehe, dass es die Aufgabe der staatlichen Schule sei den Schüler:
[…] auf seine Aufgabe als Mensch und Christ vorzubereiten.
[Hervorhebung durch mich, V.A.]
Audiovisuelles: Fall Abgottspon
Hier zwei zweieinhalb Videos und ein Cartoon, welche eine breite Audienz verdienen. Es handelt sich um teils schon älteres Material.
Die Predigt Padre Benedettos zum Kruzifixfall im Wallis:
Das Lied «JessesGott» von BischTumm:
Der Padre im Wallis?
Cartoon von Fernandez zu Kreuzbeschwerdenpatienten:
Biblisches Quartett-Spiel und Alternativen
Wer kennt sie nicht, die Quartett-Spiele zu allerhand Themen: Autos, Motorräder, Superhelden und so weiter. Beim Quartettspiel geht es für den einzelnen Spieler darum, möglichst viele vollständige Quartette (also zusammen gehördende Karten) zu erlangen.
Weiter unten Hinweise auf weitere interessante Quartette, z.B. das Religions-Quartett:
Beim hier vorliegenden biblischen Quartett-Spiel handelt es sich um Karten im Format 6,7 cm mal 12 cm.
Hier das Titelbild auf dem Karton
Zum Alter des Kartenspiels kann ich leider keine näheren Angaben machen, auf der Unterseite steht «SJD 947 Germany». Es könnte sein, dass SJ für «Societas Jesu» steht, und D für «Dicsiples» oder «Deutschland».
Unter Feinde des Evangeliums beispielsweise steht zu den Stoikern:
Anhänger einer griechisch-römischen Philosophenschule, lehrten auf dem Marktplatz in Athen, der Mensch müsse immer seine gleichbleibende Ruhe bewahren, müsse sich beherrschen, zusammennehmen und sich nicht von Schmerzen hinreißen lassen; auf den Apostel Paulus und seine Verkündigung sahen sie mit vornehmer Geringschätzung herab.
Apostelg. 17, 18
Da werden einem doch die Stoiker unmittelbar noch sympathischer als sie es einem ohnehin schon waren... Ich empfehle übrigens die Lektüre von Ralf König: Antityp, darin wird die Geschichte um Paulus wohl angemessener dargestellt als in so mancher Religionsunterrichtsstunde.
Auch nett, wie Ralf König die Geschichte um Abraham und die Anleitung Gottes, seinen Sohn Isaak zu schlachten, in einem Vortrag zum Leben erweckt:
Komparative Lexikologie: «Studentenfutter» im Duden und bei Bornemann
Studentenfutter, das: Mischung aus Nüssen, Mandeln u. Rosinen zum Knabbern.
- Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 6. Aufl. 2006
Studentenfutter: Studentinnen.
- Ernest Bornemann: Sex im Volksmund. Die sexuelle Umgangssprache des
deutschen Volkes, Reinbek b. H. 1971
Das Buch von Bornemann ist übrigens ein Schatz an hübschen Injurien, stilvollen und niveaulosen Trouvaillen. Es lohnt ein Durchblättern.
zoon politikon: Gott und die Welt (und das Wallis) inkl. freundlicher Erwähnung meines Lieblingsjuristen Peter Margelist
In der Februar-Ausgabe der Studentenzeitschrift zoon politikon war ich journalistisch tätig*, nicht zu verwechseln mit dem vorzüglichen (womit nicht gesagt sei, dass nicht auch die Zeitschrift vorzüglich sei!) scienceblog des selben Namens, geschrieben von Ali Arbia.
*Ohne Honorar, man schreibt ja für die Ewigkeit und das Literaturarchiv, nicht etwa für Geld. Wie schrieb schon der Klassische im Wilhelm Meister?
Der König, dem das Lied gefiel,
Ließ, ihn zu ehren für sein Spiel,
Eine goldne Kette reichen.Die goldne Kette gib mir nicht.
[...]
Das Lied, das aus der Kehle dringt,
Ist Lohn, der reichlich lohnet.





